STEFAN POSLOVSKI
      PRIVAT | WER BIN ICH?


?!? Wer bin ich ?!?

Tja, wer kann das schon so genau von sich sagen?!?
Also was ich ganz sicher weiß ist, daß ich eines schönen Sommertages -genauer gesagt am Siebenten des Monats Julei im Jahre des Herrn anno domini 1975 um 16.19 Uhr... (ich hör ja schon auf) - in Karlsruhe geboren wurde.
Und dort - besser gesagt in der Kirchfeldsiedlung - hing ich dann ungefähr 21 Jahre lang fest... nene, so schlimm war’s auch wieder nicht ;)

Apropos Kirchfeldsiedlung (Was’n das?!?)...
Die Kirchfeldsiedlung - im Volksmund auch Paprikasiedlung genannt, da sie von ungarischen Aussiedlern gegründet wurde - ist Teil von Neureut, was wiederum Teil der Großstadt Karlsruhe ist (immerhin auf Platz 22 in Deutschland). Doch damit genug geographiert.
Nach den üblichen Dingen wie Taufe, Kindergarten, Konfirmation (alles in der evangelischen Kirchengemeinde Neureut-Kirchfeld), Grundschule (Waldschule Neureut-Kirchfeld), Gymnasium (Schulzentrum Neureut) und absolut unausweichlichen Aktivitäten wie Musikunterrichte (Jugendmusikschule Neureut) und Tanzkurse (Crea-Dance Tanzschule Bodo Vollrath Karlsruhe) zog es mich dann - nach mehr oder minder erfolgreich bestandenem Abitur (ø 3,2) - zum ersten mal in die große, feindliche Welt hinaus... nach Idar-Oberstein! Wahnsinn, gelle?!? *g*
Dort leistete ich dann Vater Staat unverzichtbare Dienste und zwar als Kanonier der Artillerieschule VII. Inspektion X. Zug, oder kurz gesagt bei der Deutschen Bundeswehr. Nach meiner unerbittlichen und kräftezehrenden Grundausbildung (6 Wochen am Vermessungsgerät und 6 Wochen so tun als wäre man der ‘King of the Wildnis‘) saß ich dann die restlichen 9 Monate meiner Wehrzeit im Büro als Vorzimmerdame des Spieß. Immerhin war ich während dieser Zeit verantwortlich für das wöchentliche Blumengießen, die morgendliche Zeitungslektüre und das rechtzeitige Kochen des Kaffees. Ab und zu mußte ich aber auch wirklich heftigst arbeiten wie zum Beispiel Kopieren, Post und Telefonate erledigen, Formulare ausfüllen, mich um die Ablage kümmern und Briefe tippen (noch ganz altmodisch an der Schreibmaschine): „Poslovski, melden Sie sich zum Diktat!“ *lol*

Nach dieser doch sehr anstrengenden und aufwühlenden Zeit ;) kam dann der große Einschnitt, der meinem Leben eine völlig neue Richtung geben sollte: Brasilien!
Nach monatelangem, quälendem Grübeln ob ich lieber Tanzlehrer werden oder Musik studieren sollte, kam die Rettung in Form einer Urlaubsbungalowbekanntschaft: Janet Albright!
Doch beginnen wir mit dem Anfang, wozu ich allerdings etwas ausholen muß:
Wie schon angedeutet stammen meine Großeltern und mein Vater aus Ungarn, wurden jedoch als Folge des 2. Weltkrieges von dort vertrieben. Die Traditionen, unter anderem auch folkloristische Tänze, haben diese Vertreibung allerdings überlebt. Und so rutschte ich erst als Tänzer, später dann als Tanzleiter mitten hinein in die ‘Donauschwäbische Volkstanzgruppe Karlsruhe-Neureut‘. An diese wiederum kam eine Anfrage seitens einer Ulmer Volkstanzgruppe, ob wir ihnen nicht personell aushelfen könnten. Sie haben eine Brasilienreise (ich krieg' den Bogen schon noch *ggg*) geplant, benötigen aber noch Mittänzer. Kurzerhand sagten meine Eltern, ein weiteres Paar und ich zu.

Nach zwei anstrengenden Wochen mit allabendlichen Auftritten bei ca. 40°C im Schatten und ~ 95% Luftfeuchtigkeit, kamen schließlich die heißersehnten und wohlverdienten 1 ½ Wochen Erholung in Form von Urlaub unter tropischer Sonne. Und genau während dieser Zeit lernte ich in einem winzig kleinen, idyllischen Strandkaff - bestehend aus einer Hotelbungalowanlage und ungefähr 4 Eingeborenenhütten - die Keyboardspielerin von ‘Cats‘ in Hamburg kennen: Janet Albright. Somit ist der Kreis geschlossen - jetzt zur eigentlichen Geschichte ;)
Nach kurzem Gespräch über meine Zukunftswünsche, gab mir Janet die Telefonnummer von John-Patrick Thomas, Gesanglehrer einer Hamburger Musicalschule. Zurück in Deutschland rief ich ihn umgehend an und erhielt von ihm die Telefonnummer besagter Schule, rief wiederum dort an und ließ mir Bewerbungsunterlagen schicken. Unter diesen befand sich eine Broschüre über einen Musicalworkshop, der bald darauf stattfinden sollte und zu dem ich mich auch anmeldete. Schließlich wollte ich herausfinden, ob es tatsächlich das war was ich suchte. Und so nahm das Unheil seinen Lauf, alles nur wegen Ulm - Danke Helga!!!

Gerade mal zwei Tage nach Beginn des Workshops war für mich schon klar: „Wo ist die Einschreibungsliste zur Ausbildung?!?“ Ich hatte endlich genau das gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte. Nochmal zwei Tage später kam der musikalische Leiter des Workshops - John Lehmann - auf mich zu und fragte: „Was machst Du diesen Sommer?“
„Nichts, außer mich an dieser Schule zu bewerben“ war meine Antwort. „Wo bist Du nächste Woche?“ fragte er weiter. „Wieder Zuhause in Karlsruhe“ erwiderte ich. „Und wann fährst Du?“ wollte er wissen. „Am Samstag nach dem Frühstück“ weil da der Workshop vorbei war.
„Okay“ sagte er, drehte sich um und ging.
Da stand ich nun und wußte nicht so recht, was ich von dem Ganzen halten sollte. Nachdem er sich den ganzen folgenden Tag nicht mehr dazu äußerte, ergriff ich die Initiative und fragte ihn abends was das gestern sollte. „Oh nichts weiter“ meinte er, „ich mache nur ‘HAIR‘ diesen Sommer in Tecklenburg und habe noch eine Tenorstelle frei, und ich brauch‘ Deine Stimme!“ Ich schaute hinter mich, ob da nicht noch jemand stand. Da dem nicht so war, gab ich nur ein völlig verwirrtes: „Ja... klar!“ zurück, worauf er meinte: „Ich schick Dir dann nächste Woche den Vertrag zu.“
Damit war alles geregelt und ich hatte meinen ersten Job, nachdem ich mich gerade mal drei Tage zuvor für die Ausbildung zum Musicaldarsteller entschieden hatte.

Zwei Monate später bestand ich dann noch die Aufnahmeprüfung an besagter Schule und somit gab es kein Zurück mehr vom ‘Weg ohne Wiederkehr‘. Hätte ich nur mal was Anständiges gelernt ;) Aber so habe ich es gewollt, nun muß ich auch damit leben – und soll ich Euch etwas verraten...?!? ICH LIEBE ES!!!

Wie das Ganze weiterging, könnt Ihr in groben Zügen unter “On stage“ nachlesen.

Soweit erstmal das Wichtigste aus meinem bisherigen Leben. Es gibt zwar noch irrsinnig viel zu erzählen, doch das würde jetzt den Rahmen sprengen. Wer weiß, vielleicht schreibe ich irgendwann mal meine Memoiren, oder es gibt doch eine Fortsetzung hier - mal schauen.
Ich wünsche Euch jedenfalls nur das Beste und hoffe, daß Ihr auch ein bißchen von meinem Motto in Euch habt, welches lautet:

Don’t dream it – be it !!!